Netflix, Amazon und maxdome – nur ein paar der heutzutage sehr bekannten und häufig genutzten „Flat“-Streaminganbieter. Darüber gibt es noch weitere Anbieter wie Google Play Video, iTunes und Videoload, welche für den Abruf eines jeweiligen Films bezahlt werden wollen. Doch wie ist das eigentlich mit den Spezialanbietern? Ich habe mir mal einen Streaminganbieter für Kinder angeschaut – nicht zuletzt weil ich gerne ab und zu Pokemon schaue 😉

Warum Kividoo?

Mit Kividoo gibt es einen Anbieter, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Kinderserien und auch Filme zu einem günstigen Preis anzubieten. Auch wenn zum Beispiel Netflix entsprechende Serien anbietet, überzeugt Kividoo mit einer speziellen Profilverwaltung. In dieser können Profile erstellt werden, über die bestimmte Regeln umgesetzt werden können:

  • Altersempfehlung: Nach entsprechender Einstellung können zum Beispiel nur Filme bis 6 Jahren abgespielt werden
  • Videozeit: Die Begrenzung der täglichen Sehzeit ist hiermit möglich
  • Zeitraum: Den Stream nur zu bestimmten Uhrzeiten zulassen

Daraus ergibt sich auch der Vorteil von Kividoo. Netflix bietet auch einen Kids-Bereich, dieser ist aber nicht so genau konfigurierbar. Mit Masse kann der Anbieter nämlich nicht überzeugen, auch nicht mit der Technik.

Auswahl

Häufig teilen sich Streaminganbieter die Lizenzen oder kaufen immer nur Teile. Gutes Beispiel ist Pokemon, welches mit seinen fast 1000 Folgen in unterschiedlichen „Unterserien“ (zum Beispiel Pokemon, Pokemon X und Y etc.) auf Netflix, Amazon und Kividoo gezeigt wird. So kommt es vor, dass die erste Staffel von Pokemon auf Netflix und Kividoo und die zweite Staffel nur auf Kividoo abrufbar ist. Dies ist auch einer der wenigen Gründe, warum sich eine Mitgliedschaft lohnen könnte. Die restliche Auswahl ist häufig auch auf andere Plattformen verfügbar.

Technik

Kividoo bietet den Abruf über Browser und App an. Bei der Webvariante wird auf den JW-Player gesetzt. Und das führt zu Problemen. Es war mir nicht möglich mit Firefox und Chrome ein einziges Video abzuspielen – mit den Entwicklungstools unter Firefox lässt sich herausfinden, dass die Daten von einem externen Anbieter abgerufen werden sollen (ohne eine adäquate Verschlüsselung) und mit einer 403 Fehlermeldung (Forbidden) abgebrochen wird. Mit Opera ist dies zwar möglich, aber auch nur mit sehr langer Ladezeit und häufigen Rucklern. Wenn man ein Video im Vollbildmodus abspielen will, hat man keine Videonavigation mehr – Pausieren oder Vorspulen ist also nur über die minimierte Anzeige möglich – und auch das funktioniert nie so richtig gut. Aus der Vollbildansicht kommt aber auch nur mit ESC wieder raus. Das ist definitiv unakzeptabel.

Die App zeigt sich in einem leicht veralteten Zustand. Das größte Problem ist aber, ganz unabhängig ob einem Fire TV oder der Android App unter Android 7.1.1, dass es zu regelmäßigen Fehlermeldungen kommt (zum Beispiel das man nicht über die korrekte Lizenz verfügt) oder auch gerne mal zu einem Absturz. Downloads sind häufig auch nicht möglich.

Sollte man dann ein Video abspielen können, ist die Qualität eher mau. Selbst wenn SD-Qualität sicherlich nicht mehr zeitgemäß ist, werden die Streams in einer solch geringen Bitrate übertragen, dass selbst SD-TV-Übertragungen der privaten Sender besser sind.

Auch Seitentitel werden häufig nicht richtig angezeigt. So kommt es vor, dass man in der Profilverwaltung im Tab-Titel „user/profile/profile-verw…“ stehen hat und in der Geräteverwaltung „user/account/abo-gerae…“.

Verwaltung / Service

Die Verwaltung der angesprochenen Profile kann nur im Webbrowser durchgeführt werden, eine Unterstützung in der App gibt es nicht. Sobald man sich mit einem Browser anmeldet, wird dieser in der Geräteverwaltung aufgenommen. Wogegen man sich bei Netflix an unzähligen Geräten anmelden kann, muss man hier jedes einzelne „Gerät“ manuell entfernen, ansonsten ist eine Verwendung nicht möglich. Dies kann man aber auch nur am Browser – wenn man also schon unterwegs ist, hat man Pech gehabt.

Wer kündigen will, kann das per Email, Post oder per Anruf. Die Hotline ist kostenlos – ich habe mir einen Anruf aber gespart.

Fazit

So gut wie die Idee ist, so schlecht ist die Umsetzung. Wogegen ich eine nicht große Auswahl vielleicht noch tolerieren würde, sofern exklusive Serien/Filme im Sortiment sind, kann ich die technischen Probleme nicht akzeptieren. Aufgrund der Fülle an Probleme kann ich keine Empfehlung aussprechen. Peinlich an der ganzen Geschichte ist, dass das Angebot der RTL DISNEY Fernsehen GmbH & Co. KG gehört.