Du magst Dein Smartphone? Du siehst es nicht nur als auswechselbaren Gegenstand, sondern möchtest das gekaufte Gerät so lange nutzen wie möglich? Aber Deine genutzten Apps werden schon ein wenig langsam? Webseiten öffnen sich nur noch sehr schleppend? Und das letzte Update ist schon eine Weile her? Und Du hast einen Androiden?

Dann mag eine ROM für Dein Smartphone die richtige Wahl sein. Eine ROM überschreibt im Prinzip das aktuelle Betriebssystem und bringt zumeist die neuesten Sicherheitsupdates mit ein. Alte Smartphones mit Android 5 oder 6 können somit auch auf die neuste Version 7 gebracht werden. Aber natürlich ist dies nicht ohne Risiken. Die Gefahr, dass Du das Smartphone zu einem Briefbeschwerer machst, ist vorhanden. Ich gebe in diesem Beitrag auch keine Anleitung wie Du es zu tun hast – das ist bei vielen Smartphones unterschiedlich und es gibt im Internet (englischsprachige) Schritt für Schritt-Anleitungen für fast jedes (unterstützte) Smartphone.

Also wo solltest Du starten? Im Prinzip ist es einmal wichtig zu wissen, welche ROM es für Dein Smartphone gibt. Viele Hersteller haben ein Interesse, dass es Entwicklern möglichst schwer gemacht wird, die entsprechenden Produkte mit „Fremdprogrammen“ zu überschreiben. Es kann also sein, dass es gar keine funktionierende ROM gibt. In meinem Falle ist es ein OnePlus 2. Ein „China“-Smartphone mit vernünftiger Hardware für wenig Geld und einer großen Community. Aber mit den neuen OnePlus-Smartphones entschied sich der Hersteller, die Unterstützung über Android 6 hinaus für das OnePlus 2 einzustellen. Es sollte also keine weiteren Updates auf 7+ geben. Auch Sicherheitsupdates wurden seltener. Da allerdings OnePlus die Entwicklercommunity einigermaßen positiv entgegensteht, gab es schon recht früh nach der Android 7 Veröffentlichung durch Google die ersten offiziellen ROMs.

Ein guter Startpunkt zur Überprüfung ob es eine entsprechende ROM gibt, ist Lineage OS, ehemals CyanogenMod. Hier befindet sich wahrscheinlich die aktuell größte Community hinter der Entwicklung einer einzigen ROM für unterschiedliche Smartphones. Auf der offiziellen Device-List findest Du eine Übersicht aller offiziell unterstützten Smartphones – es gibt darüber hinaus noch weitere inoffizielle Portierungen von Lineage OS, welche von freien Entwicklern entwickelt werden. Wenn Dein aktuelles Smartphone bei Lineage OS nicht auftaucht, hast Du vielleicht auf xda Glück. xda ist das größte Android-Entwicklerforum der Welt.

Achtung: Jetzt folgen die ersten Fachbegriffe. Wenn Du immer noch Lust auf ein neues Betriebssystem hast, lies ein wenig auf xda und Lineage. Das solltest Du so oder so, da das überschreiben deines Smartphones, wie schon geschrieben, zu Hardwareschrott führen kann.

Für mein OnePlus 2 habe ich mich für die ROM Resurrection Remix entschieden. Neben den regelmäßigen Updates beinhaltet die ROM auch schon Magisk, womit das Smartphone gerooted wird – nützlich für Adblocker und ähnlich. Der Bootloader lässt sich beim OnePlus 2 recht einfach unlocken. Dadurch ist auch das einfache flashen eines Custom Recovery möglich – ich hatte mich für TWRP entschieden. Im offiziellen OnePlus 2-Forum befindet sich dazu eine Anleitung. Mit diesem Custom Recovery ist es möglich, eine Custom ROM zu flashen. Die offizielle xda-Seite von Resurrection Remix findet sich hier.

Da aus rechtlichen Gründen eine Custom ROM keinerlei Google-Apps beinhalten darf, musste ich beim flashen selbst dafür sorgen diese zu installieren. Da der Play Store ebenfalls im Standard nicht dabei ist, muss man die Apps nach der Custom ROM flashen. Die Google Apps sind beim Resurrection Remix Beitrag auf xda verlinkt. Toll ist an der Stelle, dass es unterschiedliche Versionen gibt:

  • Stock (so wie die Smartphones im Standard ausgeliefert werden)
  • Full (alle Google Apps, auch wenn in Deutschland z.B. nicht verfügbar)
  • Nano (absolut minimiert auf das nötigste)
  • etc.

Je nach dem wie groß Deine Paranoia ist, kannst Du also auch weniger Applikationen installieren.

Fazit

Ich bereue den Wechsel nicht. Resurrection Remix ist in der vorliegenden Version zwar noch in der Beta und manchmal stürzt auch das Smartphone ab, allerdings läuft es im alltäglichen Betrieb um ein Vielfaches flüssiger. Auch die zusätzlichen Funktionalitäten und die fehlende Bloatware sind zusätzliche Pluspunkte. Der integrierte Adminzugriff (nicht bei jeder Custom ROM Standard!) spart bei mir sogar durch den Adblocker Datenvolumen.

Beitragsbild von Karlis Dambrans